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Wissen

Chancen und Herausforderungen der Vermarktung

Der Naturland-Nachrichten-Bericht fasst eine Öko-Marktfrucht-Tagung in Schleswig-Holstein zusammen, bei der Vermarkter und Betriebe über Umstellung, Vermarktungskonzepte, Lagerung und Qualitätssicherung diskutierten.

1. Oktober 2018 Presse-Artikel Katrin LehmannMarkt & Politik

70 Praktiker, Vermarkter und Verarbeiter trafen sich zur Öko-Marktfrucht-Tagung. Themen waren anbautechnischen Herausforderungen im Öko-Landbau in SH (siehe NN 5-2018) sowie Markt und Vermarktungsstrategien. Marktgesellschaft der Naturland Bauern AG, Vermarktungsgesellschaft Bioland SH und weitere Vermarkter erläuterten Ihre Konzepte und die Marktentwicklung für die Diskussionsrunden in Arbeitsgruppen (AG).

Die AGs boten einen regen Austausch zwischen „Alten Bio-Hasen“ und Umstellern und gaben den Teilnehmenden umfassende Informationen zu Chancen und Risiken in der Umstellungszeit und die Bio-Vermarktung. Besonders der Austausch über den Öko-Markt wurde als sehr fruchtbar und wichtig erlebt, da sich Landwirte am Öko-Markt mit erhöhten zukünftigen Unsicherheiten konfrontiert sehen. Nicht zuletzt, weil durch den Markteintritt konventioneller Händler der Öko-Markt unübersichtlich wird. Das steigende Interesse, den Betrieb auf Öko-Landbau umzustellen, spüren Vermarkter, Fachberater und Öko-Verbände. Die etablierten Öko-Händler bieten weiterhin unterschiedliche Vermarktungskonzepte wie das Poolsystem, Anbauverträge und Vorkontrakte für einzelne Kulturen sowie den Einkauf zu tagesaktuellen Preisen an. Damit kann jeder Betriebsleiter die für ihn beste Vermarktungsstrategie entwickeln.

Vermehrungen in der Umstellungszeit sahen Teilnehmende als Chance, ihren Betrieb breiter und finanziell besser aufstellen zu können. Ein weiteres Ergebnis der Diskussionsrunden: Die Mitgliedschaft in einem Öko-Verband erhöht meistens die Vermarktungsmöglichkeiten.

Weitere Themen waren Qualitätssicherung, Lagerung, Aufbereitung – auch unter dem Gesichtspunkt von Mykotoxinbildung im Lager. Die genannten Vermarktungsorganisationen bieten hierzu Beratung und Expertisen an. Viele Teilnehmende hoben hervor, dass sie mit einem individuellen Betriebskonzept für Lagerung und Aufbereitung ihre Vermarktungssituation verbessern können und unabhängiger werden. Gerade für die zunehmenden Umstellungsmengen ist eine Lagerung wichtig, da die Mühlen die großen Erntemengen nicht auf einmal aufnehmen können.

Für alle eine gelungene Veranstaltung, die unbedingt fortgesetzt werden soll im Format „Bio2030 Zukunftsdialoge“ in einer anderen Region.

Weitere Infos https://bio2030.de.

Katrin Lehmann, Marktgesellschaft der Naturland Bauern AG